DER Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“ in einer Version mit teils anderen Tieren aus Janoschs Kosmos im Theater des Kindes in Linz; am 3. November 2026 ist der Autor 95-jährig gestorben.
Die drei bekanntesten Figuren aus Janoschs Bilderbuch-Universum – Bär, Tiger und dessen fahrbares Spielzeug, die Tigerente -, bevölkern seit kurzem immer wieder die Bühne des Linzer Theater des Kindes. Mit der sicher berühmtesten Geschichte des heuer 95 Jahre gewordenen Autors und Zeichners Horst Ecker, Künstlername Janosch; Update: Am 3. November 2026 ist der vielfach ausgezeichnete Autor Dutzender Bücher auf Teneriffa gestorben. In Dutzende Sprachen übersetzt, animiert verfilmt, als Kinderoper inszeniert und in unzähligen Bühnenversionen live und analog von Schauspieler:innen zum Leben erweckt: „Oh, wie schön ist Panama“.
Selbst viele, die weder Bilderbuch noch eine dramatisierte Version je gesehen haben, kennen die Klammer der Geschichte, Anfang und Ende des erstmals 1978 veröffentlichten Buches: Aufbruch des Trios, Suche nach dem Traumland und als sie es vermeintlich gefunden haben, kommen sie mehr oder minder drauf, es ist ihr altes Zuhause.
Simone Neumayer als Bär und Lena Matthews-Noske als Tiger – und dafür reicht ein gelb-schwarz geringelter Strumpf – spielen diese lange Reise kurzweilig für Besucher:innen ab 3 Jahren auf einer Bühne, die vor allem aus urvielen Bananenschachteln besteht. Die verwandeln sie mit wenigen Handgriffen in einen Baum, eine Brücke, ein Haus, Flohmarktstände und was sie sonst noch gerade brauchen (Regie: Harald Bodingbauer, der auch gemeinsam mit Andreas Baumgartner die Bühne gestaltete; Kostüme: Ensemble).
Auf den Schachteln steht immer Panama – wie auf der Kiste im Original. Die so intensiv nach Bananen riecht, dass Bär, der sie im Fluss angelt, dies begeistert zum Traumland erklärt, wo alles besser ist. Und seinen Freund überzeugt: Dort müssen wir hin. Was ohne Tigerente aber sicher nicht geht 😉
Die beiden Schauspielerinnen schlüpfen – immer wieder begleitet und untermalt von Musik (Franz Flieger Stögner) abwechselnd in etliche andere Rollen. In denen werden sie zu jenen Tieren, die dann die eine oder eben die andere unterwegs nach dem Weg nach Panama fragt. Wobei die Bühnenversion von Alexander Kratzer nicht alle Figuren aus dem Original verwendet, dafür aber einige aus anderen Janosch-Büchern. Sehr viel Anklang beim Publikum fand bei jener Vorstellung, die KiJuKU besuchte, vor allem der mehrfach auftauchende Frosch, äußerlich gekennzeichnet durch kurzzeitig aufgesetzte grüne Kopfhörer.
Für mehrmalige Lacher sorgte, dass die Maus auf Cowboy spielt und in ihrem Waffengürtel Bohnen-Dosen hat, die sie klassisch zieht und nach dem Kalauer „jedes Böhnchen – ein Kanönchen“ ab„feuert“ mit entsprechenden Furzgeräuschen und -Bewegungen.
Beibehalten bleibt – natürlich – in dieser Version Janoschs Zerstreuung von mieselsüchtigem Zweifel: Wenn sie eh wieder daheim landen, hätten sie sich ja die Reise ersparen können. Abgesehen davon, dass sie nach der langen, manchmal auch mühevollen, Reise ihr Heim nun aus einem neuen Blickwinkel betrachten und auch ein wenig neu einrichten, hätten sie vor allem die verschiedenen Tiere unterwegs nicht getroffen.
Und diese Begegnungen lassen sie neue, unterschiedliche Persönlichkeiten und Situationen kennenlernen. Sie sehen sich immer wieder frischen Herausforderungen gegenüber. Manchmal verzagen sie anfangs, doch sie kommen weiter. Dank ihrer starken Freundschaft. Was sie natürlich auch antreibt: Der Wunsch und Wille, ein Ziel zu verfolgen, zu erreichen. Auch wenn ihnen niemand wirklich sagt, dass es dieses Land in Mittelamerika wirklich gibt und das große Meer Atlantik dazwischen liegt…
Weshalb Janosch sich ausgerechnet Panama als Ziel einfallen hat lassen? Angeblich habe der Autor und Illustrator in einem „Zeit“-Interview gesagt, „er hätte eines Tages das Radio angemacht und das Thema der Sendung war Panama. Janosch dachte sich, dass Panama bekannter werden müsse. Das hat er auch geschafft! Dafür hat er in Panama auch einen Orden bekommen“ (Quelle: https://www.naturamerica-reisen.de/oh-wie-schoen-ist-panama/ – sorry, ich hab leider weder das besagte Interview noch eine andere Quelle gefunden). Und dass es auf den ähnlichen Klang von Bananen (die übrigens wirklich – neben Zuckerrohr, Reis, Ananas, Mais und Kaffee angebaut werden) und Panama zurückzuführen wäre – ist reine Spekulation des hier schreibenden Rezensenten.
So weit weg und doch ganz nah
Von Janosch in der deutschsprachigen Bearbeitung von Alexander Kratzer
Regie: Harald Bodingbauer
Schauspiel
Bär: Simone Neumayer
Tiger: Lena Matthews-Noske
Bühne: Harald Bodingbauer, Andreas Baumgartner
Kostüme: Ensemble
Musik: Franz Flieger Stögner
Dramaturgie: Peter Woy
Lichtdesign: Nina Ditzlmüller
Regieassistenz: Maximilian Staflinger
Praktikum: Hannah Riemer
verschiedene Spieltermine bis mindestens April 2027
Theater des Kindes, Linz
4020, Langgasse 13
Telefon: 0732 605 255
theater-des-kindes.at –> oh-wie-schoen-ist-panama
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