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Szenenfoto aus "Treibgut"
Szenenfoto aus "Treibgut"
25.06.2026

Leichtfüßige und schwermütige Annäherung an Omas Widerstand

Tanztheaterstück über Kärntner Geschichte und Gegenwart in „Das Margareten – Raum für lebendiges Theater“ (Wien).

Zwischen einem hölzernen Tisch, in dessen Front kleine Kreise, aber auch Muster, die Assoziationen zu einem Apfel hervorrufen, einem Fauteuil und einer geöffneten Holzschachtel, um die herum Fotos liegen, bewegt sich die Darstellerin lange ohne Worte. Tänzerisch, extrem körperlich. Raumgreifend und dabei irgendwie doch mehr suchend als zielstrebig. Wenngleich sie nie den Anschein von Wahllosigkeit vermittelt.

Sie weiß, was sie will. Oder wusste, was sie wollte. Wenngleich die, oder viele, Erinnerungen schwinden, vielmehr geschwunden sind. Aber sie, die andere, die zweite, die junge, die Enkelin der ersteren, die versucht, sich auf die Spuren der Geschichte der Großmutter zu begeben, die ist wiederum völlig klar. So wie’s die Oma war…

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Treibgut“

Geschichtsspuren-Suche

Diese einleitende atmosphärische Eindrucks-Schilderung sagt zwar noch nichts über den Inhalt von „Treibgut“, dem Tanztheaterstück von Nadja Puttner / Unicorn Art, aus, das am Samstag, 27. Juni 2026 noch einmal in „Das Margareten“ (dem vormaligen „Volx“, ein paar Jahre lang Spielstätte des Volkstheaters) zu erleben ist.

In der knapp mehr als einstündigen Performance nähert sich die Künstlerin dem Kärntner antifaschistischen Widerstand gegen das erst aufkommende, dann herrschende Nazi-Regime. Und geht dabei von der Lebensgeschichte der eigenen Großmutter Herta (geboren 1926) aus, die schon als Jugendliche in der Schultasche Flugblätter transportierte. Erzählte Erinnerungen einerseits, die noch stärker verankert bleiben als die zunehmend verblassenden Wahrnehmungen der gegenwärtigen Umgebung.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Treibgut“

Woher komme ich?!

Und dann switcht die Tänzerin auch in die Rolle der Enkelin, in dem Fall einer fiktiven namens Moira. Die so vieles von der Oma nicht erfahren hatte und sich nun – über Fotos, Erinnerungen anderer an die zeitlebens widerständige Frau – erarbeiten, ja fast erkämpfen will. Und damit auch ein Stück ihrer Herkunft und Identität als Enkelin südkärntner slowenischer Vorfahr:innen. Auch das wiederum vor allem auf sehr körperbetont tänzerische Art und Weise.

Die zwischen den Tanzbewegungen durchschimmernde Tragödie: So manches, wogegen die Oma ankämpfte, ist knapp 100 Jahre später nicht „nur“ Geschichte, sondern scheint erst recht wieder auf der Tagesordnung stehen zu müssen…

Ergänzend erzählen 16 Menschen aus Kärnten in Videogesprächen – in der Galerie über Kopfhörer zu hören – über ihr jeweiliges Verhältnis zu Kärnten und den Einfluss der regionalen Zeitgeschichte auf ihr persönliches Leben.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Treibgut

Tanztheaterstück
Nadja Puttner / Unicorn Art
Konzept, Stückentwicklung & Performance: Nadja Puttner / Unicorn Art
Soundcreations: Bianca Anne Braunesberger (Mix & Master: Stefan Zotter)
Outside Eye (dramaturgische Beratung) & Produktionsleitung: Anna Manhardt
Bühne: Nadja Puttner, Anna Manhardt & Gerhard Guber
Kostüm: Sabine Teufelbauer

Die Vorstellungen werden durch die Video-Ausstellung
„Geschichtensammelstelle – 16 synoptische Kärntner Minidialoge“
von Friedemann Arbel Derschmidt und Alaa Alkurdi abgerundet.
In den halbstündigen Dialogen sprechen neun Frauen und sieben Männer über ihr Verhältnis zu Kärnten und den Einfluss der regionalen Zeitgeschichte auf ihr jeweiliges persönliches Leben.

Wann & wo?

27. Juni 2026
Das Margareten: 1050, Margaretenstraße 166
unicornart.at –> treibgut

dasmargareten.at –> treibgut