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Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
02.11.2026

Frechster Troll und seine Schwester wollen Natur- und Lebensraum retten

Mix aus Spiel- und Animationsfilm knüpft an alte und neue Legenden über fabelhafte „Unterirdische“ auf der dänischen Insel Bornholm an.

Er soll als Sohn des in die Jahre gekommenen Höhlenmeisters seine Nachfolge antreten. Doch Billy interessiert die genormte Zeremonie ebenso wenig wie das Amt überhaupt. Er will, was Trolle ursprünglich so gern machten, Streiche, Schabernack, sogenannten Unsinn treiben. Und es nervt ihn, dass fast alle, vor allem seine Eltern ihn immer wieder für sein Anders-Sein-(Wollen) als „nicht richtig“, „falsch“, „verkehrt“… niedermachen. Er solle sich doch ein Beispiel an seiner braven, angepassten Schwester Bonny nehmen. Einzig und allein der – schon recht gebückt gehende – Opa (Vaters Vater) versucht den Enkel zu verteidigen. Soweit der Ausgangspunkt des Mixes aus Spiel- und Animationsfilm „Der frechste Troll der Welt“, der am 5. November 2026 in den Kinos anläuft.

Klar, dass es dabei nicht bleiben kann. Für eine Story, noch dazu einen rund eineinhalb-stündigen Kinofilm braucht’s eine spannende Handlung. Und so haut der ins Abseits gedrängte Billy ab, hinaus aus der Höhle, hinein in die Menschenwelt. Bonny folgt ihm, um ihn zurückzuholen. Die beiden kommen dabei drauf, wieso die Trolle in den vergangenen Wochen immer wieder Erschütterungen mit Gesteinsschlag in der Höhle erlebt haben.

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm „Der frechste Troll der Welt“

Heimat bedroht

Menschen lassen oben Bagger auffahren, wollen das Land über der Troll-Höhle platt machen, nein vielmehr den Untergrund recht tief wegsprengen. Um einen Freizeitpark zu errichten, noch dazu einen, der sich um Trolle dreht. Die Menschen – mit Ausnahme eines alten Mannes – glauben zwar nicht an die echten Trolle, aber weil die Geschichten über diese Wesen seit Jahrhunderten erzählt werden, verspricht ein solcher Vergnügungsparks ein sattes Geschäft. Erinnert ein wenig an die bekannte Mira-Lobe-Geschichte vom „Städtchen Drumherum“.

Trine, die recht junge Tochter des Bosses entdeckt erst die eine, dann den anderen ausgebüchsten Troll. Die sich dann „tot“ stellen, einfach Puppen sind, um nicht von diesem „Monster“ gefressen zu werden.

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm „Der frechste Troll der Welt“

Legenden

Seit einigen Jahrhunderten erzählen einander die Bewohner:innen der dänischen Insel Bornholm – viel näher an der Küste Südschwedens als am Festland von Dänemark gelegen – Geschichten über Trolle bzw. „Unterirdische“ (Underjordiske auf Dänisch). Diesen Legenden nach sind sie allerdings mit 1,30 Meter deutlich größer als Puppen.

„Die zum Teil gruseligen Geschichten über den Trollkönig Bobbarækus dienten vor allem dazu, die spielenden Kinder von gefährlichen Orten fernzuhalten“, weiß Wikipedia zu erklären.

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Trine, das Kind, das sich letztlich mit den Trollen verbündet

Krølle-Bølle

Die immer „nur“ mündlich weitergegebenen Geschichten hörte einst auch Ludvig Mahler als Kind, erzählte sie später seinem Sohn Ole. Im Sommer 1943 erfand er dabei eine neue Figur, Krølle-Bølle, einen frechen Troll mit lockigem Haar, das so widerborstig ist wie dessen Charakter – mit Vater Bobbarækus, Mutter Bobbasina und Schwester Krølle-Borra. Oles Vater begann auf Wunsch des Sohnes sich immer wieder neue Geschichten auszudenken und manche davon auch zu zeichnen. 1948 brachte der Vater „Bobbarækus Filiækus – med Krølle-Bølle rundt på Bornholm“ als Buch heraus.

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm „Der frechste Troll der Welt“

Inspiration für Produzentin mit Lokal-Bezug

Diese Geschichten waren Inspiration für die dänische Filmproduzentin Nina Lyng. „Ich stamme aus Bornholm und bin mit den Geschichten über die heimischen Trolle aufgewachsen. Schon lange habe ich davon geträumt, diesen Film zu machen. Wir haben den Look zwar etwas modernisiert, aber im Kern bleibt der Film dem ursprünglichen Charakter des in Bornholm bekannten und geliebten Trolls treu“, wird sie in den Medienunterlagen zum Kinofilm zitiert. Sie und ihr Team wollten etwas „sehr Dänisches und Zeitloses“ einfangen. „Der kleine Troll ist frech, neugierig und hat ein großes Herz – genau wie das Lebensgefühl auf Bornholm.“

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm „Der frechste Troll der Welt“

Nachbildungen beim Dreh

Regisseur Jan Rahbeck freute sich, die Spielfilmszenen authentisch auf der dänischen Insel drehen zu können. Die Herausforderung des Mix-Films beschreibt er in dem schon genannten „Presseheft“ damit, „die am Computer animierten Figuren in die echten Landschaften und Kulissen einzupassen, damit glaubhaft wird, dass diese Figuren wirklich in dieser Welt existieren…“ Bewerkstelligt wurde das so: „kleine nachgebildete Figuren in der Größe der Charaktere, die wir in die Szene platzierten und dann nachspielten – fast so, als würden wir mit Puppen spielen –, wobei wir die Kamera auf sie ausrichteten und den Fokus auf sie legten; das haben wir dann als Referenzmaterial gefilmt. Danach haben wir die Figuren herausgenommen und die Hintergrundaufnahme noch einmal gedreht.“

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Szenenbild aus dem Kinofilm „Der frechste Troll der Welt“

Widerstand und menschliche Verbündete

Klar, dass Trine irgendwann erlebt, dass die beiden Trolle lebendig werden. Die wollen sie ja als Verbündete gewinnen, um die Sprengung zu verhindern. Auch klar, dass Billy – und da ist dann vor allem Bonny die mutigere – die Artgenoss:innen in der Höhle zum Widerstand in der Menschenwelt mobilisieren muss und …

Dass es irgendwie zu einem Happy End kommt, kannst du dir sicher ausmalen. Aber bis es und wie es dazu kommt – da gibt’s ganz schön viel spannende Szenen zu erleben und bewegte Bilder zu bestaunen. Wenn etwa Billy und Bonny mit einer Drohne fliegen, ähnlich wie anfangs auf Fledermäusen 😉

Szenenbild aus dem Kinofilm "Der frechste Troll der Welt"
Soft-Eis mit realem Hintergrund

Soft-Eis

Die beiden Troll-Kinder entdecken übrigens ihre Liebe für Soft-Eis, Billy wird fast high davon, verfällt in einen – animierten – Traum mit wilden Tanzszenen. Obendrein droht er süchtig zu werden und das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Diese Eis-Szenen sind eine Reverenz an tatsächliches Softeis, das bis 2007 von einer Bornholmer Molkerei produziert wurde – und nach der populären Mahler-Figur Krølle-Bølle benannt worden war.

Übrigens, auf der Website zum Film kannst du mit deinen Antworten auf einige Fragen rausfinden, welcher Troll-Typ zu bist 😉 – Link in der Info-Box am Ende des Beitrages.

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mira-lobes-bilderbuchklassiker-als-theater-kinder-kaempfen-fuer-wald <— damals noch im Kinder-KURIER

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Der frechste Troll der Welt

1 ¼ Stunden

Stab
Regie: Jan Rahbek
Drehbuch: Philip LaZebnik, Søren Frellesen, Jan Rahbek, Toke Westmark Steensen
Produktion: Nina Lyng
Kamera und Animationsregisseur: Tonni Zinck
Schnitt: Emma Hjulmand Nielsen
Musik: Mikkel Maltha
Ton: Kevin Bavnhøj
Szenenbild: Emma Holm Jacobsen
Kostümdesign: Line Lolk
Casting: Karin Jagd
Produktionsleitung: Laura Bjørn, Laura Sofie, Frederikke Pedersen
Ausführende Produktion: Eva Juel Hammerich, Solveig Langeland

Cast
Olli: Rasmus Botoft
Trine: Ava Knox Martin
Synchronsprecher:innen Animation
Billy: Christopher Kohn
Bonny: Bonny von Lenski
Bobbasina: Katharina Spiering
Bobbaracus: Axel Prahl
Nogo: Rieke Werner
Tonne: Bernd Egger
Peili: Nicolas Rathod
Opa: Reiner Schöne

Wann & wo?

Ab 5.November 2026
in österreichischen Kinos
der-frechste-troll-der-welt
wikipedia.org –> Trolle, Bornholm