Kinder Jugend Kultur und mehr - Logo
Kinder Jugend Kultur Und mehr...
Da es (noch? keine Szenenfotos gibt: Bildmontage aus einem Foto des Wiener Hauptbahnhofs und des AKH Wien in ienm Farbfeld rund um ein in der Ferne schwebenden Herz-Symbols
Da es (noch? keine Szenenfotos gibt: Bildmontage aus einem Foto des Wiener Hauptbahnhofs und des AKH Wien in ienm Farbfeld rund um ein in der Ferne schwebenden Herz-Symbols
18.05.2026

Suche nach Liebe und sich selbst – kontrolliert von vier Über-Ichs, beflügelt von zwei Liebesengel

Arbeit einer weiteren der Theaterwerkstätten im Dschungel Wien; Teil 5.

Zweifeln und unglücklich sein, bis die Ärztin kommt? Würde der catchy Titel eines der Stücke im Rahmen des Theaterwerkstätten-Festivals im Dschungel Wien fast nahelegen: „AKH: Hauptbahnhof – Wenn unsere Gefühle ins Krankenhaus müssen“. Die Krankenhaus-Komponente hat sich im Verlauf der Arbeit an dem Stück, das gemeinsam von Regie bzw. Co-Regie und den Schauspieler:innen im Verlauf von mehreren Monaten entwickelt wurde, stark reduziert, spielt nur mehr eine ganz untergeordnete Rolle.

Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt
Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt

Umso mehr der Bahnhof als Art Symbol für die Reise des Lebens. Viel mehr um einen wichtigen Teilaspekt des Lebens, die Liebe.

„Kann Liebe, wie wir sie kennen, heute noch die Lösung für unsere Probleme sein? Oder ist dieser Zug bereits abgefahren?“, heißt es im Ankündigungstext.

Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt
Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt

Paare oder nicht

Protagonist:innen von (vermeintlichen) „Liebesgeschichten“ sind ein Gitarist:innen-Duo. Paul (Fabian Ziegler) und Nina (Viktoria Ginzel), die zumeist All-Time-Hits zum Besten geben, spielen einfach „nur“ gemeinsam in einer Band, auch wenn viele mehr hineingeheimnissen. Maurizio (Lukas Novoszel) und Gabriel (Yannic Schober) leben in einer offensichtlich toxischen Beziehung miteinander, gekennzeichnet durch ein Band, das sie ständig verbindet, bzw. an dem ersterer seinen Partner bis mit fast aus Klo zerrt. Schließlich landet Jana (Sonja De Vos) wider Willen am Bahnhof, weil ihre (imaginäre?) Freundin sie überfallsartig zu einer gemeinsamen Zugreise nach Italien „einlädt“. Auf den Vorhalt, gar nicht gefragt worden zu sein, kriegt sie nur zu hören, weil sie sonst nein gesagt hätte.

Am Hauptbahnhof, einem der viele Szenen bestimmenden Spielort – einige Video-Einspielungen unterstützen die Behauptung – fällt der besagte Zug laaaange, oder dauerhaft (?) aus. Die ÖBB organisieren als Entschädigung einen Bahnsteig-Rave. Janas Freundin tauch nicht auf, dafür Ferdi (Jonathan Prett-Pinteritsch), der irgendwie unzufrieden mit seinem Leben, Ablenkung sucht und Jana sehr übergriffig anbaggert – klassisch toxische Männlichkeit.

Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt
Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt

„Jury“

Soweit der Kern des Settings der Spieler:innen. Zu den genannten Figuren gesellen sich vor allem noch zwei weitere Gruppen. Vier – im Ankündigungstext „Jury“ genannte Charaktere, die Handlungen der Protagonist:innen bewerten. Sozusagen das vierfach personifizierte „Über-Ich“ aus Sigmund Freuds 3-Instanzen-Modell (verkürzt: triebhaftes Es, vom Intellekt bestimmtes Ich sowie als moralische Wertekontrolle eben Über-Ich). Wobei sie arbeitsteilig mit genauen Zuständigkeiten agieren: Einsamkeit (Janina Lenauer), Frust (Milena Scheibler), Sex (Cosima Wimberger), Urteil (Parmida Pourkarami). Teils bewerten sie auch räumlich von oben herab – auf einem Baustellengerüst; nachdem sie zu Beginn des Stücks eher todmüde, ziemlich fertig auf Art Matratzen am Boden herumkugeln.

Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt
Mit Hilfe der KI erstellte grafische Illustration zu einer Zusammenfassung des folgenden Absatzes, ebenfalls von der KI Claude erstellt

Helfer:innen

Und dann tanzen zwischen Protagonist:innen und den „Juror:innen“, die selber auch gern mal ihre Triebe walten lassen würden, zwei Liebesengel, empathische Wesen, die hin und wieder gern ins Geschehen eingreifen (würden), um den handelnden Figuren zu helfen, oder sich selbst gut zu fühlen: Glowie (Zoé Sehn) Und Flowie (Florentina Suchy).

In den fast eineinhalb Stunden lassen die jungen Schauspieler:innen, die auf der Basis des Konzepts von Max Melo, der auch Regie führte (Co-Regie: Olga Psenner, künstlerische Mitarbeit: Jonathan Prett-Pinteritsch), in Improvisationen einen Gutteil der Szenen und des Textes mit erarbeitet haben, ihr „Liebesgeschichten“ und viel mehr die Suche nach sich selbst immer wieder Humor als Würze einfließen. Womit den schweren Lebensthemen doch eine gewisse Leichtigkeit anhaftet.

kijuku_heinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

AKH: Hauptbahnhof – Wenn unsere Gefühle ins Krankenhaus müssen

Schauspiel mit Musik; ab 16 Jahren; 80 Minuten

Künstlerische Leitung und Regie: Max Melo
Co-Regie: Olga Psenner
Künstlerische Mitarbeit: Jonathan Prett-Pinteritsch
Text: Max Melo & Ensemble

Schauspiel:
Jana: Sonja De Vos
Gitarristin Nina: Viktoria Ginzel
„Jury“ – Einsamkeit: Janina Lenauer
Maurizio: Lukas Novoszel
„Jury“ – Urteil: Parmida Pourkarami
Ferdi: Jonathan Prett-Pinteritsch
„Jury“ – Frust: Milena Scheibler
Gabriel: Yannic Schober
Glowie, Tanz: Zoé Sehn
Flowie, Tanz: Florentina Suchy
„Jury“ – Sex: Cosima Wimberger
Gitarrist Paul: Fabian Ziegler
Musik: Fabian Ziegler, Viktoria Ginzel
Dramaturgie: Lukas Novoszel
Bilder am Beamer: Lukas Novoszel, Parmida Pourkarami

Wann & wo?

18. Mai 2026
Dschungel Wien: 1070, MuseumsQuartier
Telefon: 01 522 07 20-20
dschungelwien –> akh-hauptbahnhof