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Bild-Montage aus einem Foto einer Jungdesignerin, die für sich und ihre Freundin extra für den Show-Abend outfits genäht hat, Schuhen, die eine Jung-Designerin mit kleinen, bunten Gummi-Enten beklebt hat und dem Logo von Kids in Fashion
Bild-Montage aus einem Foto einer Jungdesignerin, die für sich und ihre Freundin extra für den Show-Abend outfits genäht hat, Schuhen, die eine Jung-Designerin mit kleinen, bunten Gummi-Enten beklebt hat und dem Logo von Kids in Fashion
12.10.2026

Von selbst genähten Oberteilen bis mit bunten Quietsch-Enten beklebten Schuhen

Einige der preisgekrönten Jung-Designerinnen der 32. Auflage des größten Nachwuchs-Modekunst-Bewerbs „Kids in Fashion“ kamen sogar mit eigenhändig angefertigten Outfits zur Show.

Pink, grün, rot, himmelblau und „natürlich“ auch gelb – mit kleinen Badewannen-Quietschenten, die ihre Schuhe völlig bedeckten, „tanzte“ die heute 12-jährige Mia Meier an der Hand eines Models über den Laufsteg. Gelb, türkis, rosa, lila, rot und blau waren die Wülste des Hosenanzugs, das sie gezeichnet hatte – und nun in Stoff von einem jungen Mann vorgeführt wurde. „Ich liebe basteln“, verrät sie nach der Show mit ihrem eigenen kurzen voll grinsenden Auftritt Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „Vor ein paar Tagen hab ich mir überlegt, mit etwas Eigenem herzukommen. Aber ein ganzes Outfit war mir dann doch zu viel, also wollte ich was mit Schuhen machen.“ Für ihren kunterbunten Kleidungs-Entwurf hatte sie ja gar keine Schuhe gezeichnet. „Ich hab alte Schuhe genommen, diese kleinen bunten Quietschenten gekauft und mit Heißklebepistole befestigt. Leider haben nicht alle gehalten, ein paar sind schon runtergegangen.“

Up-Cycling-Oberteile

Ein Hingucker, der nicht allen aufgefallen ist. Auf die Fußbekleidung wurde nicht immer geachtet, auch wenn manche der Jung- und Jüngst-Designer:innen der mittlerweile 32. Ausgabe von Kids in Fashion des Vereins Wiener Jugendzentren auch Schuhe entworfen haben, aber dazu später. Zunächst noch zu einer weiteren der Gewinner:innen, die mit selber produziertem Gewand auch zur Show kam: Marlene Thomas, jetzt 11, wurde sogar zur Hauptpreisträgerin der jüngsten Kategorie (4 – 10 Jahre) und da auf Platz 1 gewählt.

„Ich hab aber mehrere Entwürfe eingeschickt, einige gezeichnet, andere gemalt, alle bunt und ein bisschen Durcheinander. Ein buntes Kleid wurde prämiert und geschneidert. „Für heute hab ich ein Oberteil genäht, eine alte Jeans genommen, abgeschnitten und unten einen neuen Stoff dran genäht.“ Neben ihr steht eine Freundin, Elisabeth Erlacher, mit einem ähnlichen Oberteil. „Ich hab die Marlene gefragt, ob ich auch so was haben könnte.“ Und die ausgezeichnete Designerin und offenbar auch handwerklich selber talentierte Schneiderin „hab ja gesagt und es gemacht, ich hab noch ein drittes für eine andere Freundin genäht, aber die konnte dann heute nicht kommen.“

Vielfältigst kreativ

Schon die 63 Entwürfen von Kindern und Jugendlichen an Wänden der Mensa der Wiener Wirtschaftsuni zeugten Samstagabend von einer unglaublichen kreativen Vielfalt. 4- bis 21-Jährige hatten im Frühjahr insgesamt wieder 3000 Entwürfe an die Wiener Jugendzentren eingeschickt. Eine Jury hatte die schwierige Aufgabe – wie jedes Jahr – eben rund fünf Dutzend auszuwählen. Die dann jeweils in den Sommerferien – mit Unterstützung von Modeschüler:innen in einer Werkstatt in einem Simmeringer Jugendzentrum realisiert werden – Reportage unten verlinkt.

Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… hat nicht nur wieder alle Entwürfe und Models mit den realisierten Designs festgehalten, sondern einige der Jung- und Jüngst-Designer:innen interviewt, wie die beiden schon Genannten.

Flauschig, freier Lauf und Manga

Andrej Spasojević und Emilian Spiljak zwei beste Freunde haben zwar jeweils eigene Entwürfe nicht nur gezeichnet, sondern vor allem mit unterschiedlichsten Materialien geklebt. „Wir haben uns gegenseitig geholfen, Material aus der Kiste gesucht und es auch dem anderen gegeben.“ Andrej hatten dann „so grünes Flauschiges und diese weißen Kügelchen und einfach meiner Fantasie freien Lauf gelassen“. Emilian „hab mich von Naruto (japansicher Manga) inspirieren lassen, aber nur den Kopf und die Haare so gezeichnet. Die weiße Wolle und die Bälle sind so etwas wie ein weites Netz.“

„Hose für mich“

„Als ich gehört hab, dass man als Designerin nach der Show die Kostüme auch günstig kaufen kann, hab ich zuerst eine Hose gezeichnet, die sich selber gern anziehen würde“, vertraut Larissa Batthyany einen praktischen, wenngleich ungewöhnlichen Zugang zu ihrem Entwurf an. Und so entstand die unten bauchig weite Hose mit breiten schwarzen und lila Querstreifen. Die Kunstschülerin im Modezweig (Herbststraße) malte dann blaue sternförmig auseinanderstrebende Haare – „ich hab oft blaue Haare und auch so ähnlich, wenn ich zu Konzerten geh“. Als Art Fortsetzung dieses Hair-Styles entwarf sie dann ein rötlich gehaltenes Oberteil. Was alles in seiner Kombination die Jury für die Zuerkennung von Platz 1 bei den Ältesten (15 – 21 Jahre) bewog.

Mehrere Entwürfe

Feiner, weicher, weißer Stoff als Kleid – mit einer Art großer Masche um die Leibesmitte klebt auf dem – ausgewählten – Entwurf von Rana Atik (11). „Ich hab mehrere Entwürfe gemacht, einige gezeichnet, einige geklebt. Bei dem hab ich überlegt, was ich mit dem weißen Stoff wie machen könnte.“ Nicht bewusst, sondern eher zufällig kam ihre jüngere Schwester Elif (8) an diesem Abend in einem eleganten weißen Kleid in Begleitung der Designerin zur Show.

Gemeinschafts-Rose

Dass Lana Matošević (11) ihr Kostüm letztlich zu einer Rose mit einer grünen, stachligen Strumpfhose formte, ist auf ein „gemeinsames Brainstorming“ mit ihren Freundinnen zurückzuführen, verrät die große vor und rund um die Zeichnung versammelte Gruppe dem Reporter. Amelie, Leonore, Marlene, Nina und Hana, die an diesem Abend nicht kommen konnte. „In Technik und Design waren wir draußen im Freien. Ich hab Blumen gesehen und dann rote Kreise gezeichnet. Meine Freundinnen haben dann gesagt, das könnte doch eine Rose sein. Und so ist eine draus geworden!“

Gemeinschafts-3D-Entwurf

Schön, dass viele Entwürfe im Original ausgestellt sind – da ist bei vielen zu erkennen, dass nicht „nur“ gezeichnet und gemalt, sondern auch mit unterschiedlichsten Materialen dreidimensionale Designs geklebt worden sind. Ein solcher ist eine doch öfter auch vorkommende Gemeinschaftsarbeit. Aylin Hoffmann und Hanna Roland, damals beide 9 Jahre, „haben in der Materialbox gewühlt und überlegt, was wir nehmen könnten. und uns dann zuerst für das große blaue Flauschige entschieden. Dazu wollten wir dann ein paar kleine runde Sachen. Erst haben wir das auf das Blatt Papier gelegt und als wir zufrieden waren, wie’s ausgeschaut hat, haben wir’s angeklebt.“

Gehofft hatten sie schon, dass ihr Entwurf einer sein werde, der ausgewählt und verwirklicht wird. „Aber nur gehofft, als wir’s dann erfahren haben, haben wir uns voll gefreut!“, strahlen sie knapp bevor der Aufruf kommt, dass sich alle hinsetzen sollen, weil die Show demnächst beginnt.

Viele Kügelchen…

… aus zerrissenen Servietten gerollt hat Sveja Bofeldt (9). „Ich wusste zuerst nicht, was ich machen sollte und woraus. Dann hab ich die weißen Papierservietten gesehen und hab angefangen sie zu zerlegen und kleine Kugeln zu rollen. Das waren dann doch ganz schön viele, aber es hat nicht so lange gedauert. Die hab ich dann alle eben zu einem Kleid zusammengeklebt.“

Vierecke sind cool…

… findet Konstantin Kolbitsch, jetzt schon 12. Sein, sogar mit einem Hauptpreis ausgezeichneter Entwurf hatte den Werkstattleiterinnen im Sommer beim KiJuKU-Besuch ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet. Wie lässt sich das umsetzen? Es wird ja immer versucht, möglichst Entwurfs-getreu die Kostüme zu nähen bzw. gestalten.

„Ich hab ein bissi viel und lang gezeichnet und zuerst nicht gewusst, was es werden soll. Dann fand ich Vierecke cool und so besteht das Oberteil aus vielen Quadraten. Dafür sollte die Hose weit und weich sein, aber die Schuhe sind dann wieder irgendwie viereckig“, erzählt der Zweit-Platzierte der mittleren Altersgruppe dem Reporter.

Von Teller kleben inspiriert

So wie sich Emilian Spiljak für Haare und Kopf von einem japanischen Manga anregen ließ, so „kam meine Inspiration von Kintsugi („Goldreparatur“)

. Das ist eine japanische Technik, zersprungene Teller mit ein bissi Gold zusammenzukleben“, erklärt Paula Übel (11) Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… die Goldfäden auf den unterschiedlichen Stoffresten, die sie zu einem bunten unterschiedlich gemusterten Rock zusammen und übereinander montiert hat.

Tanz

Die schwungvolle, musikalisch untermalte Laufsteg-Show war, wie immer eine wahre Augen- und Gedankenfreude über so viele junge und jüngste Kreativität und Vielfalt. Hauptpreisträger Azad Shibiloy (3. Platz bei den Jüngsten) war bei der Show erst fünf Jahre, beim Entwurf noch vier und steckte mit seiner Freude in einer der ersten Reihen sein Umfeld an.

Seit ein paar Jahren eröffnet übrigens eine Tanzgruppe aus einer der Einrichtungen des Vereins Wiener Jugendzentren, dem Musischen Zentrum, die Show. L’Officina della Danza nennt sich die Crew (Leitung: Alessandra Tirendi). Grete Luy, Emma Satchev, Marianna Auer, Lilo Rest, Viola Reich, Melina Windhager, Maja Horvart und Viktoria Tiefenbacher begeisterten mit ihren teils akrobatischen Choreografien, mit denen sie den gesamten L-förmigen Laufsteg tanztheatralisch bespielten.

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Hier unten geht’s zu einem Überblicks-Beitrag mit allen Entwürfen, Hauptpreisträger:innen und allen 63 Preisträger:innen

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