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Die Dreikönigsaktion arbeitet - auch - in Brasilien mit lokalen Partner-Organisationen zusammen, um indigene Völker zu unterstützen
Die Dreikönigsaktion arbeitet - auch - in Brasilien mit lokalen Partner-Organisationen zusammen, um indigene Völker zu unterstützen
09.08.2026

Landraub, Abholzung, vergiftete Flüsse, aber 400 Piraha halten der der Vertreibung stand

Auch noch zum internationalen Tag der indigenen Völker: Dreikönigsaktion sprach mit ihrer Brasilienreferentin.

Mehr als 300 indigene Völker leben in Brasilien. Viele von ihnen müssen täglich ihre Lebensgrundlagen verteidigen: gegen Landraub, Abholzung, vergiftete Flüsse und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter den Folgen. Anlässlich des Tags der indigenen Völker am 9. August hat die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar – bekannt vor allem durch das Sternsingen zwischen Weihnachten und eben dem 3-Königstag – mit ihrer Brasilienreferentin Marieta Kaufman gesprochen.

„Unsere Partner*innenorganisationen sprechen von den schwersten Angriffen auf indigene Rechte seit dem Inkrafttreten der brasilianischen Verfassung im Jahr 1988“, sagt dabei die Expertin und führt aus: „Ihre Rechte, ihre Kultur und ihre Zukunft sind massiv bedroht. … Gesetze, die gezielt Indigene benachteiligen verschärfen die Situation zusätzlich.“

DKA: Warum sind Kinder und Jugendliche besonders betroffen?
Marieta Kaufman: Wenn Flüsse vergiftet, Familien vertrieben oder Schulen und Gesundheitseinrichtungen nicht erreichbar sind, trifft das Kinder besonders hart. Gleichzeitig sind junge Menschen wichtige Hoffnungsträger*innen: Sie tragen Sprache, Wissen und Kultur in die nächste Generation weiter.

DKA-Brasilienreferentin vor Ort im Gespräch in einer Schule
DKA-Brasilienreferentin vor Ort im Gespräch in einer Schule

DKA: Warum ist die Arbeit der Partner*innen gerade jetzt so wichtig?
Marieta Kaufman: Es braucht starke lokale Organisationen, die indigene Gemeinschaften dabei unterstützen, ihre Rechte einzufordern und ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar arbeitet dafür seit vier Jahrzehnten mit dem Indigenen-Missionsrat (CIMI) zusammen. Eine der wichtigsten Organisationen, die in Brasilien für die Rechte und den Schutz der indigenen Völker eintritt.

DKA: Was bewirkt die Unterstützung der Spender*innen konkret?
Marieta Kaufman: Spenden ermöglichen Selbstorganisation, Bildungsarbeit und den Schutz indigener Territorien. Sie helfen Gemeinschaften, ihre Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern, öffentlich für ihre Rechte einzutreten und sich mit anderen indigenen Völkern zu vernetzen.

DKA: Gibt es dafür ein konkretes Beispiel?
Marieta Kaufman: Der größte Erfolg ist, dass indigene Völker wie jenes der Piraha der Vertreibung standhalten. Die rund 400 Menschen leben am Rio Maici abgeschieden und nach ihren eigenen Traditionen als Jäger- und Sammler*innen. Das geht nur dank unserer Partner*innen und dank der Spenden. Die Förderungen fließen in Beratung in rechtlichen Fragen und dazu, wie sie ihre Rechte (z.B. auf eine angemessene Gesundheitsversorgung) einfordern können. Ziel ist es, dass die Piraha ihre Kultur, Lebensweise und Autonomie bewahren können.

DKA: Was gibt Dir trotz der schwierigen Situation Hoffnung?
Marieta Kaufman: Der Zusammenhalt, der Mut und das Engagement der Menschen vor Ort. Sie zeigen jeden Tag, dass Veränderung möglich ist – besonders dann, wenn sie solidarisch begleitet werden.

Dreikönigsaktion