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Szenenfoto aus "Alice im Wunderland"
Szenenfoto aus "Alice im Wunderland"
16.08.2022

Wunderland aus einer Kiste voller Stoffpuppen

„Alice im Wunderland“ von „tagträumer*innen“ gastierte beim Wiener Kultursommer und tourt nun durch einige Bundesländer.

In der Mitte der Bühne eine unübersehbare, große alte Holzkiste. Herberge für Schätze? Ja, irgendwie schon. Vor allem tierische Puppen und Requisiten mit denen die Schauspielerin Figuren aus „Alice im Wunderland“ zum Leben erweckt. Veronika Zellner spielt allein mit einen wuseligen weißen Kaninchen, einer riesig-langen bunten Raupe und unter anderem einer plüschigen Grinsekatze – all denen verleiht sie ihre eigene, mitunter anders akzent- oder dialektgefärbte Sprache.

Sie selbst ist in dieser Version von Holger Schober-Dufek (Stück und Regie) Alice. Irgendwie. Aber dann wieder doch nicht, sondern eine Art Erzählerin. Schusselig, verwirrt, durcheinander. Was immer wieder zu witzigen Szenen führt. Wenngleich manche davon eher krampfhaft lustig wirken – wie eingangs, wo sie praktisch den Schluss-Satz sagt und alle nach Hause schicken will. Das aber so niemand abnimmt, weil alle diese übertreiben gespielte Verwirrtheit erkennen. Und sie eigentlich auch erkennt, dass die Zuschauer:innen das wissen.

Klassischer Pop-Song und andere Lieder

Je mehr sie Schauspielerin in die Geschichte eintaucht, um so besser wird ihr die Fantasie anregendes Spiel. Ein spannender Gag sind auch ihre immer wieder von der Bühne aus an die Technik gehenden Musik-Wünsche, die die jeweilige Szenen-Atmosphäre untermalen sollen. Und wo sich die Technik – vielleicht um einmal zu viel – bewusst vergreift und die „falsche“ Musik spielt.

Unter den Nummern darf natürlich DER – mit der Wunderland-Alice nichts zu tun habende – Klassiker „Living Next Door to Alice“ (ursprünglich von der australischen Popgruppe „New World“, aber in der Version der englische Band Smokie viel bekannter geworden) nicht fehlen. Die 20 Jahre später (90er Jahre des vorigen Jahrhunderts) witzig gecoverte, veränderte Version mit der Zeile „WTF is Alice“ stand offenbar Pate beim familiengerechter formulierten Spruch „Alice, wir kennen keine Alice“, den die Schauspielerin in der gespielten Verwirrtheit zu Beginn dem Publikum beibringt, bevor sie abgeht, um wieder zu kommen und mit dem Anfang zu beginnen.

Tournee

Diese „Alice im Wunderland“, entwickelt vom Waldviertler Theaterfestival „tagträumer*innen“, war beim Wiener Kultursommer auf mehreren Bühnen zu erleben und tourt ab September – Niederösterreich, Kärnten, Wien – einige schon fixe Termine sind in der Info-Box am Ende des Beitrags zu finden.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Alice im Wunderland

Regie und Stück: Holger Schober-Dufek
Es spielt: Veronika Zellner

Ab 6 Jahren; ca. 50 Minuten

Produktion: tagträumer*innen

Wann & wo?

Niederösterreich
3. September 2022, 16 Uhr
Strandbad Plank am Kamp: 3564, Kamptalstraße 3
Telefon: 0680 401 6 278

plank-am-kamp -> alice

Wien
9. Oktober und 3. November 2022
Jeweils 16 Uhr
Kabarett Niedermair
1080, Lenaugasse 1a
Telefon: 01 408 44 92
niedermair -> Alice

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