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3. Mai 2026, Dorf Ankera (Gemeinde Amboroka, Bezirk Soalala, Region Boeny, Madagaskar): Jugendliche helfen dabei, das Innere des Zeltes zu reinigen, bevor eine Plane auf dem Boden ausgelegt wird. Die Dorfbewohner haben sich zusammengetan, um ein von UNICEF bereitgestelltes Zelt mit Metallrahmen aufzubauen, das als provisorische Klassenzimmer dienen soll, bis eine neue Schule errichtet ist, da die alte durch den Zyklon schwer beschädigt wurde. 
3. Mai 2026, Dorf Ankera (Gemeinde Amboroka, Bezirk Soalala, Region Boeny, Madagaskar): Jugendliche helfen dabei, das Innere des Zeltes zu reinigen, bevor eine Plane auf dem Boden ausgelegt wird. Die Dorfbewohner haben sich zusammengetan, um ein von UNICEF bereitgestelltes Zelt mit Metallrahmen aufzubauen, das als provisorische Klassenzimmer dienen soll, bis eine neue Schule errichtet ist, da die alte durch den Zyklon schwer beschädigt wurde. 
11.09.2026

Stürme, Überschwemmungen und Hitzewellen bescheren jedem zehnten Kind Schul-Unterbrechungen

Aktueller Report des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Unicef, zu Folgen von „Klima-Ereignissen“ für Kinder und Jugendliche.

Mehr als 171 Millionen Schülerinnen und Schüler weltweit, also jedes zehnte Kind bzw. jeder zehnte Jugendliche im Vorschul-, Primar- oder Sekundarschulalter, waren im Jahr 2025 von klimabedingten Unterbrechungen ihrer Bildung betroffen. Das geht aus einer neuen Analyse hervor, die das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, zwei Tage nach dem Welt-Alphabetisierungstag veröffentlicht hat.

„Learning Interrupted: Global Snapshot of Climate-Related School Disruptions in 2025“ (Unterbrechungen im Bildungswesen: Ein globaler Überblick über klimabedingte Schulausfälle im Jahr 2025), so der Originaltitel des Berichts, analysiert Daten aus 106 Ländern bzw. Gebieten und zeigt, dass Klimaereignisse wie Stürme, Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände weltweit für Millionen von Kindern bzw. Jugendlichen zu Unterrichtsausfällen, beschädigten Schulen, einer Verlagerung auf Fernunterricht, verkürzten Unterrichtszeiten, geringerer Schulbesuchsrate und einem erhöhten Risiko des Schulabbruchs geführt haben.

Vor der Küste der Insel Azizakpe in Ada (Ghana) steuern zwei Jungen ein Holzkanu über ruhiges Wasser; der eine zeigt nach vorne, während der andere mit einer langen Stange das Boot lenkt. Was auf den ersten Blick friedlich wirkt, zeugt zugleich von der schweren Verantwortung, die Kindern in vielen Küstengemeinden auferlegt wird, wo der Lebensunterhalt oft von ihrer Arbeit abhängt. Da Familien dem vielschichtigen Druck durch Erosion, steigende Meeresspiegel und schwindende Ressourcen ausgesetzt sind, müssen Kinder arbeiten, die zwar das Überleben sichert, aber ihre Kindheit beendet. 
Vor der Küste der Insel Azizakpe in Ada (Ghana) steuern zwei Jungen ein Holzkanu über ruhiges Wasser; der eine zeigt nach vorne, während der andere mit einer langen Stange das Boot lenkt. Was auf den ersten Blick friedlich wirkt, zeugt zugleich von der schweren Verantwortung, die Kindern in vielen Küstengemeinden auferlegt wird, wo der Lebensunterhalt oft von ihrer Arbeit abhängt. Da Familien dem vielschichtigen Druck durch Erosion, steigende Meeresspiegel und schwindende Ressourcen ausgesetzt sind, müssen Kinder arbeiten, die zwar das Überleben sichert, aber ihre Kindheit beendet. 

Mehr als Unterrichts-Verlust

„Für Millionen Kinder bedeuten Klimaereignisse weit mehr als nur unterbrochenen Unterricht. Sie zerstören Schulen, entwurzeln Familien und drängen die verletzlichsten Kinder, insbesondere Mädchen, dauerhaft aus dem Klassenzimmer“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell.

Laut der Analyse waren Stürme im vergangenen Jahr die häufigste Ursache für Bildungsunterbrechungen und betrafen weltweit 109 Millionen Schülerinnen und Schüler. Überschwemmungen beeinträchtigten mindestens 70 Millionen Schülerinnen und Schüler, während Hitzewellen den Schulbesuch von etwa 50 Millionen Kindern unterbrachen.

Schule unter Wasser

„Meine Schule liegt direkt neben einem Bach, und wenn es Überschwemmungen gibt, steigt das Wasser und fließt in die Schule“, sagte der 16-jährige Taudibura Garo aus Papua-Neuguinea, wo El-Niño-Bedingungen in den kommenden Monaten das Risiko extremer Wetterereignisse erhöhen dürften. „Normalerweise steigt das Wasser bis zu unseren Knien und überflutet die Grubenlatrinen. Dann ist es ungesund für uns, in der Schule zu bleiben, und wir verpassen den Unterricht, den wir eigentlich besuchen sollten.“

In Aden (Jemen) führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen in mehreren Schulen, wodurch der Unterricht nicht stattfinden konnte. Als Reaktion darauf setzte UNICEF Saugwagen ein, um das Hochwasser zu beseitigen und dazu beizutragen, wieder ein sicheres Lernumfeld zu schaffen, die Fortsetzung des Unterrichts zu gewährleisten und die Schüler:innen vor möglichen Gefahren zu schützen.
In Aden (Jemen) führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen in mehreren Schulen, wodurch der Unterricht nicht stattfinden konnte. Als Reaktion darauf setzte UNICEF Saugwagen ein, um das Hochwasser zu beseitigen und dazu beizutragen, wieder ein sicheres Lernumfeld zu schaffen, die Fortsetzung des Unterrichts zu gewährleisten und die Schüler:innen vor möglichen Gefahren zu schützen.

Arme trifft’s öfter

Obwohl Schülerinnen und Schüler aller Einkommensgruppen von Bildungsunterbrechungen betroffen waren, leben drei Viertel der betroffenen Kinder und Jugendlichen in Ländern mit niedrigem oder unterem mittlerem Einkommen. Dort fehlen den Bildungssystemen häufig die notwendigen Ressourcen, um das Lernen während klimabedingter Notlagen zu schützen.

In Pakistan beispielsweise, einem der am stärksten betroffenen Länder der Analyse, verzögerten schwere Monsunüberschwemmungen im August die Rückkehr von mehr als 28 Millionen Schülerinnen und Schülern in die Schulen. Dies machte die Ereignisse zu einer der größten klimabedingten Bildungsunterbrechungen des Jahres 2025. In Ägypten führte hingegen ein starker Khamsin-Sturm (Wind- und Staubsturm) im April zu einer landesweiten eintägigen Aussetzung des Unterrichts, von der ebenfalls mehr als 28 Millionen Schülerinnen und Schüler betroffen waren.

Am 5. November 2025 begutachten zwei Schüler der York Castle High School (Südwesten von Jamaika) die Schäden an einem der auf dem Schulgelände geparkten Schulbusse. Die Windböen des Hurrikans Melissa rissen das Zinkblech von einem der Klassenzimmer ab und schleuderten es durch die Windschutzscheibe des Schulbusses in St. Ann, Jamaika.
Am 5. November 2025 begutachten zwei Schüler der York Castle High School (Südwesten von Jamaika) die Schäden an einem der auf dem Schulgelände geparkten Schulbusse. Die Windböen des Hurrikans Melissa rissen das Zinkblech von einem der Klassenzimmer ab und schleuderten es durch die Windschutzscheibe des Schulbusses in St. Ann, Jamaika.

In 40 Ländern mehrere Unterbrechungen

Den Daten zufolge erlebten 40 Länder im Laufe des Jahres mehrere Wellen klimabedingter Bildungsunterbrechungen. Madagaskar war beispielsweise mit Dürreperioden, tropischen Wirbelstürmen und Überschwemmungen konfrontiert, die im Jahresverlauf 280.000 Schülerinnen und Schüler betrafen. In Spanien waren im März mehr als 500.000 Schülerinnen und Schüler in der Autonomen Gemeinschaft Valencia von Stürmen betroffen, gefolgt vom außertropischen Zyklon Gabrielle im September. Für Tausende Schülerinnen und Schüler im übrigen Land beeinträchtigte extreme Hitze den Unterricht im Mai und Juni, während Sturm Alice im Oktober den Schulbetrieb störte.

Lernverluste und höhere Schulabbruchquoten können die Produktivität der Arbeitskräfte verringern, das Wirtschaftswachstum bremsen und die Armutsbekämpfung erschweren. Der Bericht zeigt, dass Untätigkeit zu potenziellen Einbußen von mindestens 200 Milliarden US-Dollar an lebenslangen Einkommen für jene Schülerinnen und Schüler führen könnte, deren Bildung im Jahr 2025 durch Klimaereignisse unterbrochen wurde.

Estelle (11) weiß, wie nützlich das Wasser ist, das nun in ihrer Schule in Zorgho (Burkina Faso) zur Verfügung steht. Sie wäscht sich jetzt die Hände, wenn sie die Toilette verlässt.Laurent
Laurent (12): „Jeden Morgen und Nachmittag kümmern sich meine Freunde und ich um unseren Garten, indem wir ihn gießen. Wir bauen Kohl, Tomaten, Zwiebeln und anderes Gemüse an. Wir gießen das Gemüse jeden Tag, damit es wächst.“UNICEF hilft Gemeinden, sozioökonomische und klimatische Schocks zu bewältigen.

Doppelte Belastung für Mädchen

Mädchen haben ein höheres Risiko, die Schule abzubrechen, wenn Klimaereignisse den Unterricht beeinträchtigen oder Schulen schließen. Schäden an Schulen und Sanitäranlagen, Vertreibung sowie Einkommensverluste von Familien können dazu führen, dass Mädchen zusätzliche Aufgaben in der Betreuung von Familienangehörigen oder bei der Wasserbeschaffung übernehmen müssen. Diese Belastungen können auch das Risiko von Kinderehen erhöhen und es Mädchen erschweren, nach der Wiedereröffnung der Schulen in den Unterricht zurückzukehren.

Auf diesem Bild: Die Grundschule von Naguema im Bezirk Mossuril in der Provinz Nampula (Mosambik) wurde durch den Zyklon Dikeledi zerstört.
Auf diesem Bild: Die Grundschule von Naguema im Bezirk Mossuril in der Provinz Nampula (Mosambik) wurde durch den Zyklon Dikeledi zerstört.

Vorsorge + Klima-Bildung

Gleichzeitig hebt der Bericht praktische Lösungen hervor, die bereits heute dazu beitragen, Bildung vor den Folgen von Klimaereignissen zu schützen. Dazu gehören die Integration von Klimaanpassung und Resilienz in nationale Bildungsplanungen, die Stärkung der Schulinfrastruktur, die Sicherstellung der Lernkontinuität während und nach Unterbrechungen sowie die Verankerung von Klimabildung in Lehrplänen, damit Kinder und Jugendliche die Kompetenzen erwerben, die sie benötigen, um sich an eine sich wandelnde Welt anzupassen.

Schüler der Phor-Panya-Schule im Bezirk Bang Kho Laem in Bangkok tragen im Unterricht PM-2,5-Masken, da die Luftverschmutzungswerte den Grenzwert überschritten haben und erste gesundheitliche Auswirkungen zu verzeichnen sind.
Schüler der Phor-Panya-Schule im Bezirk Bang Kho Laem in Bangkok tragen im Unterricht PM-2,5-Masken, da die Luftverschmutzungswerte den Grenzwert überschritten haben und erste gesundheitliche Auswirkungen zu verzeichnen sind.

Forderungen

Aufbauend auf diesen bewährten Ansätzen fordert UNICEF Regierungen und Partner dazu auf, ihre Anstrengungen auszuweiten und Bildung besser vor den schwerwiegendsten Auswirkungen von Klimaereignissen zu schützen, indem sie:
+ die Klimaresilienz von Bildungssystemen stärken, um die Kontinuität des Lernens während Notlagen sicherzustellen
+ die nationale und internationale Finanzierung zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Bildungssystemen erhöhen
+ in klimaresiliente Bildungsinfrastruktur investieren, um Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu schützen
+ Kinder und Jugendliche mit dem Wissen und den Fähigkeiten ausstatten, die sie benötigen, um Resilienz aufzubauen und Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben
+ Klima- und Bildungsdatensysteme stärken, um Unterbrechungen besser vorherzusehen, darauf reagieren und sich davon erholen zu können.

29. April 2026, Grundschule Antanandava (Gemeinde Ambarinanahary, Bezirk Soalala, Region Boeny, Madagaskar): Ein Lehrer erteilt Zweitklässlern in einem Schulzelt Französischunterricht. Der Zyklon hatte die beiden Schulgebäude des Dorfes vollständig zerstört, sodass der Unterricht von Februar an ausfiel, bis Anfang April ein von UNICEF bereitgestelltes Schulzelt aufgestellt wurde. 
29. April 2026, Grundschule Antanandava (Gemeinde Ambarinanahary, Bezirk Soalala, Region Boeny, Madagaskar): Ein Lehrer erteilt Zweitklässlern in einem Schulzelt Französischunterricht. Der Zyklon hatte die beiden Schulgebäude des Dorfes vollständig zerstört, sodass der Unterricht von Februar an ausfiel, bis Anfang April ein von UNICEF bereitgestelltes Schulzelt aufgestellt wurde. 

Investieren

„Klimaereignisse bedrohen das Leben und die Zukunft von Kindern“, sagte Russell. „Um Bildung für Kinder heute und für künftige Generationen zu schützen, müssen wir in Schulen und Bildungssysteme investieren, die den Auswirkungen klimabedingter Schocks standhalten können.“

Der im Juni von Unicef veröffentlichte „Children’s Climate Risk Report 2026“ zeigt, dass nahezu die Hälfte aller Kinder weltweit, also 1,1 Milliarden Kinder, mindestens drei sich überlagernden Klimarisiken ausgesetzt ist, die ihre Gesundheit, Bildung und ihr Überleben bedrohen.