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Emily, Liam und Charlie, die über furzende Erde und essbaren selber gemachten Schleim studierten
Emily, Liam und Charlie, die über furzende Erde und essbaren selber gemachten Schleim studierten
26.07.2026

Furzende Erde, essbarer Schleim – und viiiiiiele Fragen-Steller:innen

Abschluss der 24. Kinderuni Wien mit wieder mehreren Sponsions-Durchgängen; ab nun: Kinderuni on Tour.

Noch wartet das Trio in der „Schreibstube“ nach dem ersten von vier Durchgängen der Sponsion der diesjährigen, bereits 24., Kinderuni Wien darauf, dass ihre Urkunden von den Mitarbeiter:innen fein säuberlich ausgefüllt wird. Da erzählen Emily, Charlie und Liam, dass „wir bei Was passiert, wenn die Erde furzt waren“. Und als der Reporter ein wenig ungläubig schaut, erklären sie: „Na, dann gibt’s ein Erdbeben. Früher haben Menschen geglaubt, dass das vom Furzen der Erde kommt.“ Das war aber noch lange nicht alles: „Wir haben auch Schleim gemacht, den man essen kann!“ Auf die natürlich folgende Frage, woraus der bestehe, schildert das Trio – zwei Geschwister und ein Freund: „Einfach aus Wasser und Flosamenschalen!“

Wasser reinigen

Dilewa, die später im Arkadenhof Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… stolz ihre Urkunde in die Kamera hält (aus Datenschutzgründen hat KiJuKU Nachnamen und Geburtsdatum in der Foto-Bearbeitung verwischt) erinnert sich gleich nach der Sponsion noch im großen Festsaal „besonders daran, dass wir gelernt haben, wie man aus schmutzigem Wasser sauberes machen kann“.

Angehende Tierärztin

Noch beim Warten in 4er-Reihen im Gang des Arkadenhofes, bevor es hinauf ging in den großen Festsaal, schildert die 11-jährige Marie ganz begeistert von ihren Lehrveranstaltungen an der Veterinärmedizinischen Universität. „In der einen ist es darum gegangen, was Tierärztinnen und Tierärzte können müssen und in der anderen um Zähne bei Tieren, vor allem bei Hunden und Katzen. Ich will selber Tierärztin werden, weil ich Tiere liebe!“

In der Reihe hinter ihr hat Elia, Studierender „einer Vorlesung über Zellen, weil mich das am meisten interessiert hat“ eine kleine Begleitung in den Armen. „Das Kuscheltier heißt Muki, das hab ich nicht immer, aber oft mit“.

Talar-Träger:innen

Zu Fanfarenklängen von vier Blasmusiker:innen upgen die jungen und jüngsten Studierenden dann nach dem Gang über die Feststiege in den renovierten altehrwürdigen Festsaal, platzierten sich auf dem Parkettboden vor den Sesselreihen auf denen (Groß-)Eltern bereits Platz genommen hatten. Ihnen folgten in den altehrwürdigen Talaren Professor:innen bzw. Vizerektor:innen, die die Wiener Hochschulen vertraten, an denen die rund 4200 Kinderuni Wien-Student:innen ihre Lehrveranstaltungen in den vergangenen beiden Wochen besucht hatten.

Christa Schnabl (Uni Wien), Kurt Matyas (TU – Technische Universität), Michael König (WU – Wirtschaftsuni), Franz Kainberger (Medizin-Uni), Lukas Schwarz (Veterinärmedizin, also tierärztliche medizinische Universität), Doris Damyanovic (BoKu – Universität für Bodenkultur) sowie Elisabeth Haslinger-Baumann (Hochschule Campus,  Wien-Favoriten) gaben auch knappe Einblicke in die Fülle und Breite der von rund 600 Wissenschafter:innen abgehaltenen Vorlesungen, Seminare, Labore, Workshops der 24. Kinderuni Wien. Sie erinnerten auch an berühmte Absolvent:innen, die auch hier in diesem Festsaal ihre Doktorate empfangen haben wie die Physikerin und Chemikerin Lise Meitner, der Arzt und spätere Psychoanalytiker Sigmund Freud, die Sozialpsychologin und -Forscherin Marie Jahoda oder der Physiker Erwin Schrödinger.

Vertrieben – das soll sich nie wiederholen

Auch damals war schon jener Rektors-Stab im Einsatz, den nun Zeremonienmeisterin Sonja Schreiner, Uniprofessorin, die schon im ersten Kinderuni-Wien-Jahr Vorlesungen abhielt, dabei. Das Szepter ist schon mehr als 550 Jahre alt, es stammt aus 1558 – und darf daher nur mit Handschuhen getragen werden.

Erinnert wurde aber auch daran, dass einige von den genannten Promis – und viele andere – vor den Nazis flüchten und in anderen Ländern eine neue Existenz aufbauen mussten, andere ermordet wurden. Weshalb es auch darum gehe, Demokratie zu stärken und dafür zu sorgen, dass sich solches nie wiederholen dürfe.

Versprechen, immer Fragen zu stellen

Höhepunkt war natürlich die feierliche Verleihung der Titel Magistra bzw. Magister universitatis iuvenum. Davor aber mussten die Kinderuni-Studierenden – wie jedes Jahr – feierlich geloben / versprechen (die deutsche Übersetzung für Sponsion): „Nie aufzuhören Fragen zu stellen“ und ebenso, „nie aufzuhören, nach Antworten auf Fragen zu suchen“.

Und wie immer gab es viel Gelächter aus den Reihen der Erwachsenen als die Spezial-Titelzusätze für Mehrfach-Absolvent:innen genant wurden: „zum Quadrat“ für jene, die zum zweiten Mal bei der Kinderuni waren sowie „multiplex“ ab der Jahren Kinderuni, „und weil das mehrfach heißt, gibt’s für diejenigen unter euch, die schon mehr als drei Mal bei der Kinderuni studiert haben, eine extra Fanfare“.

Der erste von vier Sponsions-Durchgängen wurde – wie (fast) immer auch in Gebärdensprache übersetzt, von Dolmetscherin Elke Schaumberger.

On Tour

Im kommenden Jahr feiert die Kinderuni Wien ihr erstes ¼ Jahrhundert, schon heuer gibt’s ein anderes Jubiläum. Nun im Anschluss an die Lehrveranstaltungen in Hörsälen, Laboren… der beteiligten Universitäten packen Mitarbeiter:innen Kisten mit Experimentier-Material und laden Kinder in Wiener Parks zum (Mit-)Forschen ein. Bis 3. September 2026 bringt – zum 20. Mal (nach anfänglicher Skepsis der Origanisator:innen) „Kinderuni on Tour Wissenschaft dorthin, wo Kinder ihre Sommerferien verbringen“ – in Parks und an so manche Kinder, die noch nie etwas von (Kinder-)Universität gehört haben – Details, siehe Info-Box.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Kinderuni on Tour

Bei den Tourwochen gibt es immer Thementage
Dienstag – Kräfte und Technik
Mittwoch – Umweltschutz
Donnerstag/Freitag – Wasser

Wann & wo?

28. August bis 3. September 2026

Jeweils eine Woche (Dienstag bis Donnerstag) in den Parks
Lorenz-Bayer, 1160 (Ottakring)
Goethehof (bei Stiege 3), 1220 (Donaustadt)
Olympiapark, 1190 (Döbling)
Blériotgasse, 1110 (Simmering)
Karl-Seitz-Hof, 1210 (Floridsdorf)
Freitags: Wasserspielplatz, 1100 (Favoriten)
sowie ein Tag in der Hauptbücherei, 1070 (Neubau)

Für die Kinderuni on Tour braucht es keine Anmeldungen!
Bei Schlechtwetter gibt es Indoor- bzw. Container-Orte in Kooperation mit Partner-Organisationen.

Details gibt es hier