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Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu "Kindergarten neu denken"
Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu "Kindergarten neu denken"
20.06.2026

Wiener Kindergartengruppen sollen kleiner werden

Nach großer Umfrage unter Elementarpädagog:innen präsentiert die rot-pinke Koalition – in einem Bildungscampus – Pläne für „Kindergarten neu denken“. Frage nach mehr Personal ausweichend beantwortet.

Trotz dem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr ab 2027 wird es schon ein Jahr danach in Wien kleinere Gruppen geben – als Einstieg in einen Stufenplan für verschiedene Verbesserungen. Das versprachen Freitagvormittag Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling und SPÖ-Gemeinderätin Astrid Pany im Bildungscampus in der Simmeringer Rappachgasse. Dieser ist nach DER Pionierin der Elementarpädagogik in Österreich, Heidemarie Lex-Nalis, benannt. Ob und wie viel mehr Personal es dafür geben wird, konnte auch auf Nachfrage von Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr… „nicht seriös beantwortet“ werden.

Umfrage

Anlass für das Versprechen war die Präsentation der Ergebnisse einer großen Umfrage unter Wiener Elementarpädagog:innen – sowohl in städtischen als auch von privaten Trägerorganisationen. Von 8.866 Personen, die den Fragebogen zwischen 9. März und 12. April 2026 „besucht“ haben, füllten 2434 (knapp mehr als ein Viertel) die vielen Fragen nach Zufriedenheit in verschiedensten Bereichen, Wünschen für Verbesserungsbedarf, Zusammenarbeit mit Eltern sowie der nächsten Stufe im Bildungssystem, also der Volksschule, sowie ihrer eigenen Ausbildung usw. aus.

9 % Quereinsteiger:innen

Mehr als die Hälfte der Antwortenden hat eine BafEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik) bzw. die Vorformen BAKiP absolviert, fast ein Viertel ein Kolleg besucht und 9 Prozent kamen als Quereinsteiger:innen in dieses Berufsfeld. Fast neun von zehn (88,7%) gaben als Grund für ihre Berufswahl „Arbeit mit Kindern“ an, wobei mehrere Gründe angekreuzt werden konnten. So nannten 41,4 % auch Sinn bzw. gesellschaftlicher Beitrag als Berufswahl-grund, ein Viertel „sicherer Arbeitsplatz sowie 16,3 % „Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Arbeitszeiten“.

Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu
Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu „Kindergarten neu denken“

Fast die Hälfte will kleinere Gruppen

„Kindergarten neu denken“ – unter diesem Titel läuft die angekündigte Reform, die sich nicht zuletzt aus den Ergebnissen der Umfrage ergibt, so die Koalitionärinnen. Fast die Hälfte (45,9%) wünscht sich eine geringere Gruppengröße, um mehr und besser auf jedes einzelne Kind eingehen zu können.

Dem werde – wie schon eingangs kurz erwähnt – beginnend mit 2028 nachgekommen, so das Versprechen. Im Verlauf von zehn Jahren sollen dann die Kindergartengruppen 83 – 6 Jahre) um drei Kinder und die Familiengruppen (0 – 6 / 2 -6) um zwei Kinder pro Gruppe kleiner werden.

Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu
Einzelne Prozent-Ergebnisse bzw. Antworten der Umfrage zu „Kindergarten neu denken“

Nur umschichten?

Wie viel Personal dann dafür gebraucht werde, könne seriös nicht gesagt werden, meinte die Vizebürgermeisterin – wie schon erwähnt – auf KiJuKU-Anfrage. Auch die Nachfrage, jene Kinder, die dann verpflichtend in elementarpädagogischen Einrichtungen sein werden, sind ja jetzt schon auf der Welt, erfuhr eine eher ausweichende Beantwortung: Es seien ja nicht alle Gruppen überall ausgelastet… Also vielleicht doch nicht mehr Personal?

Bezahlung, Wertschätzung

Auch fast die Hälfte – 47,8 Prozent – der Anwortenden bei der Umfrage fänden höhere und bessere Gehälter als eines der Mittel, den Beruf attraktiver zu machen – was im Stufenplan kein Thema ist. Immerhin auch noch 12,6% wünschen sich mehr Wertschätzung und Anerkennung für Elementarpädagogik.

Mehr Vorbereitungszeiten

Mehr Zeit werde es für die Pädagog:innen jedenfalls für Vor- und Nachbereitung geben, so wird – ab dem Sommer 2027 – eine Konzeptionswoche (zusätzlich zu den bisherigen pädagogischen Tagen) eingeführt – für Reflexionen, fachlichen Austausch und guter Vorbereitung des kommenden Kindergartenjahres, so Astrid Pany. Auch das „On-Boarding“, die Eingliederung neuer Kolleg:innen soll hier gut vorbereitet und nicht im laufenden Betreib so nebenbei erfolgen. Dies würde sicher auch zu höherer Zufriedenheit und längerer Verweildauer im Beruf führen können.
4 Wochenstunden als gesetzliche Vorbereitungszeit werden vorgesehen.

Deutschförderung, Elternmitwirkung, Zusammenarbeit mit Schulen

An weiteren großen Themenfeldern – sowohl aus der Umfrage als auch dem „neu denken“-Plan seien

  • Deutschförderung: bessere Sprach-Durchmischung von Gruppen – „Aufbrechen von Sprachclustern… in Zukunft sollen nur noch 20 Prozent der Kinder mit derselben nicht-deutschen Alltagssprache“ sein sowie Fortbildung von Mitarbeiter:innen zur sprachlichen Bildung und Verlängerung der Aktion Lesepat:innen auch im Kindergarten.
  • Verbesserte Einbindung von Eltern ins pädagogische Geschehen: Verpflichtende Elterngespräche, wenn nötig auch weiterer, mit der Ankündigung von Sanktionen bei Nicht-Einhaltung. Es sei aber auch ein Unterstützungspaket für Eltern in Ausarbeitung.
  • Der Übergang in die Volksschule soll Kindern durch – bessere und verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen – erleichtert werden, „damit es nicht zu Bildungsbrüchen kommt“. Hier könne auf sehr erfolgreiche Vorzeigebespiele – etwa der Modelle Bildungscampus wie den Ort des Mediengesprächs – aufgebaut werden. „Derzeit werden Prozesse erarbeitet, um die Zusammenarbeit auf Pädagog*innen-Ebene zu institutionalisieren“, hieß es im Ambiente des Holz-ausgekleideten Veranstaltungsraums mit Blumen-Bühnen-Deko und einigen Spielsachen im Simmeringer Campus.

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Zur ganzen Umfrage geht es hier