Die besten von Schüler:innen geführten Unternehmen aller Bundesländer präsentierten ihre Produkte; 3. und letzter Teil 2026.
Schläfert dich der Unterricht ein, dann … greif zu einem der Riech-Sticks made by „Orodemia“. So könnte ein Werbespruch für eines der Produkte der Juniorfirma aus der Rosensteingasse, der Wiener Chemie-HTL lauten.
17 Schüler:innen suchten nach einem Gegenstand für ihr Schüler:innen-Unternehmen, das bei psychischer Befindlichkeit Jugendlichen ansetzt und – zumindest einige – Abhilfe schaffen kann. Und das sie mit ihrer ureigensten Ausbildung verbinden können. Intensive Online-Recherche, Studien und dann Experimente in den schuleigenen Labors führten zu Duftkombinationen, die entweder die Serotonin- oder die Dopamin-Produktion im Körper anregen. Also entweder entspannen und beruhigen oder aufmuntern und aktivieren.
Experimente mit Dosierungen im Labor, Rezepturen erstellen und dann produzieren – davor aber Umfragen unter Jugendlichen der eigenen Schule, welche Geschmacksrichtungen sie bevorzugen. Und am Ende die Produkte als Öl auf Baumwolle aufbringen und die in einen Kunststoff-Stick stecken. Aufschrauben, riechen – und die Effekte erleben. „Wir haben auch Testreihen nur mit Geruch und ohne den wirksamen Ölen gemacht, um Placebo-Effekte ausschließen zu können, erklären Virovecz Koppany, Lucia Schmidt, Leonie Renner, Linda Friedl und Uçar Tahir Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…
Direkt dem Körper Gutes tun wollen auch die Schüler:innen aus der Ecole Güssing im Burgenland mit ihrer umfangreichen Produktpalette unter dem von Lokalkolorit geprägten Titel „Bladl & Bliaml“ (auf Standarddeutsch übersetzt: Blatt und Blume).
Tees, Seifen, Lippenbalsam, Roll-Ons, Cremen… in unterschiedlichsten Geschmacks- und Duftrichtungen und das alles aus regionalen und natürlichen Ausgangsmaterialien ohne künstliche Zusätze stellten sie in der Schulküche her. Den Lokalkolorit unterstreicht nicht zuletzt eine Uhudler-Seife; Uhudler ist über die Region hinaus als Wein aus speziellen Traubensorten im Südburgenland bekannt.
„Wir wollten etwas, das mit unserer Heimat Burgenland verbunden ist, aber nichts zum Essen oder Trinken, das hatten Juniorfirmen aus unserer Schule schon im Vorjahr. Da sind wir bald bei Naturkosmetik gelandet“, schildern Cerrina Westphal, Ana-Maria Hota, Justin Rockenbauer, Rhea Waidulak und Anna Schmidt dem Journalisten.
Für die Rezepturen suchten sie „im Internet und haben viel mit KI gearbeitet, um sie für uns mit unseren regionalen Naturmaterialien zu adaptieren.“
Eine weitere Junior-Company, die Produkte aus Stoff verkauft – siehe Teil 2, unten am Ende des Beitrages verlinkt -, setzt nicht auf Reste-Verwertung, dafür auf eigenhäng aus Holz gesägte Stempel, die sie händisch mit Pinsel einfärben. Damit bedrucken die Jugendlichen von StampedUp aus der Modeschule Hallerin (Salzburg) T-Shirts. Ausgesägt haben sie vor allem Buchstaben, womit sich die Oberbekleidung – in Kurz- oder Langarm (34 bzw. 39 € – leicht personalisieren lassen. Die Drucke werden auch fixiert, so dass sie bei 30 Grad gewaschen werden können, ohne dass der Schriftzug verblasst.
Worauf Rosa Wallinger, Viktoria Weigl, Karina Tschematschar, die ihre Junior-Firma für die Kamera präsentieren, zusätzlich großen Wert legen: „Wir verwenden nur in Österreich verifizierte nachhaltige Stoffe. Und aus den Stoffresten machen wir Schlüsselanhänger, die wir auch bedrucken.“
… sind von SchülerInnen – für ein Schuljahr – gegründete Unternehmen, die mit realen Produkten oder/und Dienstleistungen handeln. Das unterscheidet sie von den Übungsfirmen (ÜFA) in den Handelsakademien und -schulen, die dort im Lehrplan verankert sind, aber „nur“ virtuell handeln.
Für diese Schüler:innen-Firmen gelten vereinfachte Steuer- und andere Regelungen. Der Grundsatz leitet sich von den Erfindern von vor mehr als 100 Jahren – siehe weiter unten – ab: Wirtschaft lernen durch eigenes Wirtschaften sozusagen.
In Österreich beteiligten sich erstmals im Schuljahr 1995/65 Junior Companys an dem Bewerb. In diesem Schuljahr nennt die Homepage des österreichischen Projekts 5490 beteiligte Schüler:innen in 527 Junior Companies, unterstützt von 315 Lehrpersonen und 475 Volunteers (Freiwillige)
Die Idee geht auf drei US-Amerikaner zurück: Horace Moses, Theodore Vail und Winthrop M. Crane gründeten vor mehr als 110 Jahren (1919) „Junior Achievement“ (JA). Ziel: Verbesserung der Wirtschaftsbildung in US-amerikanischen Schulen. Der Leitspruch lautete: „Learning business by doing business“.
Vor mehr als 30 Jahren (1990) wurde „Junior Achievement International“ (JAI) als weltweiter Dachverband gegründet. Damals gab es bereits in 15 Ländern Junior Companies. Im Jahr 2002 kam es zur Fusion von Young Enterprise Europe und Junior Achievement International. 2004 wurde der Dachverband in Junior Achievement Worldwide umbenannt.
Heute zählen bereits über 100 Staaten zu den Mitgliedern von JA Worldwide!
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