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Fotos aller fünf Engineering I-Finalist:innen
Fotos aller fünf Engineering I-Finalist:innen
02.06.2026

Holz als Carbon-Schutzmantel, automatischer Drohnen-Akku-Tausch, Techno-Schlange …

… sowie eine mobile Chemie-Experimente-Box mit mobilem Luftabzug und ein Hüftbeuger-Trainingsgerät: Engineering I; Teil 4 der Berichte über das Bundesfinale von „Jugend Innovativ“ 2026.

Ihre Erfindung gehörte zu jenen, die beim 39. Bundesfinale von Jugend Innovativ in der Expedithalle des Kulturgeländes Brotfabrik in Wien-Favoriten sofort ins Auge stachen: Ein Rennrad mit Holzrahmen. Passt zu ihrem Schultyp: Holztechnikum der HTL Imst (Tirol). Doch das Holz ist für Adrian Müller und Vincenz Sonderegger „nur“ die dünne Verkleidung für den darunter liegenden Karbonrahmen.

Carbon – gewebte Kohlenstofffasern – ist unter anderem DAS Material für Rennrad-Rahmen: Leicht und doch steif sowie stark belastbar. „Aber ein einziger Steinschlag kann einen Carbonrahmen unsichtbar zerstören“, stellen die beiden Schüler fest. Und begannen daran zu tüfteln, wie dieses kostbare Material (besser) geschützt werden könnte. Und griffen zum Material ihres Schulschwerpunktes. Viel Recherche, Experimente – sie bauten eigene Testvorrichtungen, die darauf einhämmerten, es verbogen… – führten sie zur Erkenntnis: Ahorn ist DAS Holz der Wahl. Es ist „feinporig und geht eine starke Verbindung zur Kohlefasermatrix ein“.

Eine 2 mm dünne Holzumrundung über dem Karbonrahmen „verdoppeln die Schlagfestigkeit. In Torsions-, Biege- und Drucktests erreichen die Prototypen das Niveau reiner Carbonteile“. Von denen es dann weniger braucht, was billiger kommt.

Für die Fertigung erfanden die beiden Jugendlichen, die aus Vorarlberg kommen und ihr Projekt deswegen woodberg.vbg nannten, ein eigenes Verfahren: Einen selbst gebauten Überdruckschlauch, der bis zu 3 Bar erreicht, „dreimal mehr als die ursprünglich geplante Vakuummethode“.

Ziel, so die beiden zu Kinder I Jugend I Kultur I Und mehr…, wir wollen ein Unternehmen gründen, müssen davor aber noch Sicherheitstests für unser Rad durchführen lassen und es zertifizieren lassen“.

Die Jury befand es das beste der besten Projekte in der Kategorie Engineering I – und außerdem reist das Team – mit zwei anderen – zum internationalen Bewerb EUCYS (European Union Contest for Young Scientists).

PowerAirLoop

Kaum weniger auffallend als das holzverkleidete Rennrad war eine metallene nicht ganz kniehohe große Box mit Metallrohren auf dem Deckel. Und vor allem die manches Mal – etwa bei dem Gespräch mit der Jury – Drohne, die nach einem kleinen Rundflug dort landet. Das Flugobjekt parkt auf dem Deckel, die Metallrohre fahren heran, werden zu einer Art Schiene, zwischen der die Drohne fixiert wird, nach vor fährt. Bis zur Akku-Tausch-Station wo der (fast) leere Akku entnommen und durch einen vollgeladenen ersetzt wird. Die Drohne fährt zurück, die „Schiene“ entfernt sich, die Drohne ist „ready for Take-Off!“

Nino Wieland, Michael Erber, Mathias Waltner und Richard Pruckmair aus der HTL Rennweg haben ihr „PowerAirLoop“ baute dafür auf einem Vorgängerprojekt des Quartetts – „Zephyr, eine vollständig selbst gebaute Drohne mit eigenem Flightcontroller-Code“ – auf. In dem neuartigen System des automatischen Akku-Tausches stecken gut 300 bis 400 Arbeitsstunden – Hirnschmalz ebenso wie Programmier-, aber auch technische Handwerkskunst.

Dafür gab’s Platz 2 in der Kategorie Engineering I. UND den Preis des Publikums.

Natrix

Drohnen sind zwar fast allgegenwärtig. Aber überall kommen sie auch nicht hin. Klick gemacht hat es bei Clemens Saurugg, Dan Luong, Amritpal Padda und Alexander Janisch nach dem großen katastrophalen Erdbeben im Südosten der Türkei vor drei Jahren. Unter Trümmern eingeschlossene Menschen, enge Hohlräume. Da kann bestenfalls nur händisch auf Verdacht gegraben werden. Da kam das Quartett – ebenfalls aus der HTL Rennweg (Wien) – auf DIE Idee: Schlangen kommen durch engste Spalten.

Und so begannen sie zu überlegen, wie eine Art Techno-Schlange funktionieren könnte. Eine solche bauten sie aus mehreren – erweiterbaren – Modulen zusammen, die sich mit einer rotierenden Spiral-Umwindung auf verschiedensten Untergründen fortbewegen können und nicht wie Räder etwa im Sand durchdrehen. Im „Kopfteil“ bauten sie natürlich eine Kamera ein – mit Infrarot-LED, sodass sie auch im Finsteren Bilder liefern kann.

„Das ist nun schon unser vierter Prototyp“, verraten die vier Jugendlichen, die ihr Projekt „Natrix“ nannten – nach dem lateinischen Fachbegriff für Ringelnatter (natrix natrix).

Platz drei bei den „Ingeneur:innen“ fand die Jury.

SynthoBot

Fade Chemiestunden gaben für ein weiteres Team aus der HTL am Wiener Rennweg – die dieses Mal besonders erfolgreich war – den Anstoß. Langweilig, weil kaum bis keine Experimente durchgeführt werden durften. Grund: kein einziger Luftabzug funktionierte.

Tobias Weinhofer, Nedzhatin Remziev sowie die beiden beim Treffen mit KiJuKU.at verhinderten Mitschüler Eneş Bağ und Sebastian Schöngrundner haben dafür Abhilfe geschaffen. Ein fahrbarer Kasten mit Acryl-Glaswänden und pneumatische Türen mit mobilem Abzug.

Im Inneren des Oberteils finden die Experimente hinter geschlossenen, aber durchsichtigen Türen statt. Die Luft wird abgesogen und in einen Kübel darunter gleitet, wo sie gefiltert und völlig ungiftig ins Freie gelassen werden kann. Die Türen verriegeln übrigens automatisch und lassen sich erst wieder öffnen, wenn die Luft im Experimentierraum komplett sauber ist.

Dafür gab’s einen der beiden Anerkennungspreise, ebenso wie für

AthloRegain

Für die (Wieder-)Stärkung des Hüftbeuger-Muskels (Psoas major) dachte sich Nikolaus Melinz ein spezielles Gerät aus, das er im 3D-Modell demonstriert. Denn, so der Schüler der HTL Eisenstadt (Burgenland), es gibt praktisch kein Gerät, das gezielt diesen Muskel trainiert, „bei den meisten werden Oberschenkel-Muskel mit aktiviert“, erklärt er Kinder I Jugend I Kultur I und mehr…

Die Trainingsposition ist im Liegen, der Oberschenkel kommt in eine Textilschlaufe, wird damit entlastet. Eine austauschbare gelaserte Funktionskurvenscheibe aus Stahlblech dreht das Gerät. Je weiter der Hüftbeuger zusammengezogen wird, desto größer ist der Hebelarm, desto größer der Widerstand. So folgt das Gerät dem Muskel, statt ihm das Training aus der Hand zu nehmen.

Wird die Position auf der Trainingsbank umgedreht, kann der Gesäßmuskel gestärkt werden. Noch ist Melinz‘ Konstruktion „nur“ digital und im 3D-Druck-Kleinmodell, ein echter Prototyp soll in der Laufschule der HTL entstehen. Vergleichbare medizinische Kraftgeräte kosten zwischen 5.000 und 8.000 Euro; „AthloRegain“, wie er sein Projekt nannte, kommt auf rund 2.500 Euro.

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INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Jugend Innovativ …

… wird im Auftrag der Bundesministerien für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET); Bildung (BMB) sowie Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) abgewickelt und von der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (nach einigen Jahren Absenz wieder Kategorie-Patin Sustainability) unterstützt.
Der Sonderpreis für das beste Lehrlingsprojekt wird ermöglicht durch die Kooperation mit der Austria Marshall Plan Foundation und dem AFS – Austauschprogramme für interkulturelles Lernen.

Seit 1987 haben mehr als 12.300 Projekt-Teams mit knapp 58.100 Schüler:innen am Wettbewerb teilgenommen. Der Wettbewerb wird laufend von Workshop-Angeboten sowie Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. Beratungen zum Innovationsschutz, etc.) für Schüler:innen und Lehrer:innen begleitet.

Weitere Infos: jugendinnovativ.at