Jugend Eine Welt zum Weltfrauentag: Unterstützung für Berufsbildungszentren fördern 1.600 Frauen.
„Mädchen und junge Frauen im Globalen Süden sind weiterhin überproportional von Bildungsbenachteiligung betroffen. Dabei ist Bildung der wichtigste Schlüssel für Gleichberechtigung.“ Das sagt der Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, Reinhard Heiserer im Vorfeld des diesjährigen (2026) Internationalen Frauentages (immer am 8. März).
Er beruft sich auf Schätzungen der UNESCO, der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, wonach weltweit bis zu 133 Millionen Mädchen nicht in die Schule gehen können/ dürfen. Der Großteil der benachteiligten Mädchen lebt in Subsahara-Afrika. „In den Ländern südlich der Sahara bleibt etwa jedes fünfte Mädchen im Grundschulalter vom Schulbesuch ausgeschlossen“, so der „Jugend Eine Welt“-Geschäftsführer. „Ein Schwerpunkt unserer geförderten Projekte liegt daher seit der Gründung auf der Schul- und Berufsausbildung für Mädchen und Frauen. Denn Bildung ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und überwindet Armut.“
Jugend Eine Welt unterstützt insgesamt fünf Berufsbildungszentren der Salesianer Don Boscos in Uganda und Ruanda. Diese bieten jungen Menschen aus benachteiligten Gesellschaftsgruppen eine qualitativ hochwertige technische Ausbildung. Die 23-jährige Kwagala Gorret hat dank dieser den Weg in ein selbstbestimmtes Leben gefunden. „Ich bin mit drei Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Mein Vater ist früh gestorben, deshalb lag es an meiner Mutter für unser finanzielles Überleben zu sorgen“, erzählt Kwagala aus Uganda. „Mit Ackerbau und dem Verkauf von Gemüse kämpfte sie dafür uns eine Schulbildung zu ermöglichen.“
Als junges Mädchen kam Kwagala in Kontakt mit dem von Jugend Eine Welt geförderten Don Bosco- Berufsausbildungsprogramm. Kwagala erhielt eine Ausbildung in Elektrotechnik, sammelte erste Berufspraxis und eröffnete 2024 ihr eigenes Unternehmen in Kamuli, einer 67.000 Einwohner:innen zählenden Stadt im Osten Ugandas. „Mit dem Verkauf von Elektro- und Solarprodukten komme ich auf einen monatlichen Umsatz von knapp 120 Euro. Dazu kommen noch Einnahmen von Installationsarbeiten vor Ort von rund 100 Euro. Somit kann ich auch meinen Teil beisteuern, damit meine Geschwister eine Schulausbildung erhalten“, freut sich Kwagala.
1.600 Frauen bilden knapp ein Drittel der 4.000 Studierenden in den von Jugend Eine Welt und der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria geförderten fünf Berufsbildungszentren in Uganda und Ruanda. Da Absolventinnen es besonders schwer haben, in den von Männern dominierten Branchen, wie zum Beispiel Solartechnik, Elektrotechnik oder Installateursarbeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, erhalten sie dank der Unterstützung von Jugend Eine Welt und der ADA konkrete Hilfe.
Die Jugend Eine Welt-Projektpartner wie Mutala Innocent optimieren stetig das Ausbildungsprogramm an den Berufsbildungszentren, um dieses an den Arbeitsmarkt anzupassen. Gleichzeitig liegt ein Fokus auf der Förderung und Unterstützung weiblicher Studierender. Dazu werden geschlechtsspezifische Barrieren an den Ausbildungsstätten beseitigt und gendergerechte, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Ausbildungsmodule entwickelt. „Das Programm ‚Gender Matters for Green TVET‘ hat die Don Bosco TVET-Zentren zu einem Ort gemacht, an dem sich alle Jugendlichen willkommen, umsorgt und unterstützt fühlen, um ihre Träume zu verwirklichen. Es hat sich gezeigt, dass Mädchen und Buben mit einem unterstützenden Umfeld, der richtigen Einstellung und erworbenen Fähigkeiten im TVET-Bereich und auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich sein können.
„Bildung für Frauen im Globalen Süden bedeutet: Schutz vor Ausbeutung, vor früher Verheiratung und vor Perspektivlosigkeit. Frauenförderung heißt für Jugend Eine Welt aber auch, sichere Lernorte zu schaffen und junge Frauen gezielt zu ermutigen, Berufe zu ergreifen, die traditionell als ‚Männerdomänen‘ gelten – etwa im technischen Bereich. Wenn Mädchen erleben, dass sie Fähigkeiten entwickeln und wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können, verändert das nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihr gesellschaftliches Umfeld“, so Heiserer. „Zusammengefasst: Wer in die Bildung von Mädchen und jungen Frauen investiert, investiert in Stabilität, in wirtschaftliche Entwicklung und in eine gerechtere Zukunft.“
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