Kinder Jugend Kultur und mehr - Logo
Kinder Jugend Kultur Und mehr...
Szenenfoto aus "Jedermann und Jedefrau - Das Spiel von der Entstehung eines EU-Gesetzes"
Szenenfoto aus "Jedermann und Jedefrau - Das Spiel von der Entstehung eines EU-Gesetzes"
26.06.2026

Szenen um „Flip-Flop“ und „InstaFace“-Verbot

Wiener Berufsschüler:innen erarbeiteten – in Kooperation mit Theater Drachengasse – kurzes Stück, das die Entstehung eines EU-Gesetzes anschaulich darstellt.

Mutter und Tochter streiten über die Bildschirmzeit am Handy, eine Schülerin mit Europaflagge um die Schultern in der Rolle der Ratspräsidentin und ein Duo, das sich zu Beginn zum „Vorhang“ erklärt – „also, wenn wir da stehen, dann seht ihr nicht, was dahinter passiert…“ 😉

Elf Jugendliche einer ersten Wiener Berufsschulklasse (Verwaltungsberufe Embelgasse) entwickelten – mit professioneller Begleitung aus dem Theater Drachengasse – ein 20-minütiges Stück über den Prozess wie es zu einem EU-weiten Gesetz kommt. Am Tag der Aufführung von „Jedermann und Jedefrau – Das Spiel von der Entstehung eines EU-Gesetzes“ fielen kurzfristig zwei aus, eine spielte – erstmals in den bisherigen Kooperationsprojekten – am Piano live Musik, die anderen acht schlüpften in die verschiedensten Rollen – Eltern, Jugendlichen, Politiker:innen, TV-Reporter:innen, und eben auch „Vorhang“, die beiden übernahmen aber auch Moderationen zwischen den Szenen.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Jedermann und Jedefrau – Das Spiel von der Entstehung eines EU-Gesetzes“

Social-Media-Verbot bis 16

Vorschlag aus der EU-Kommission, Diskussionen und Beschluss im Europäischen Parlament, dazwischen – vielleicht ein wenig zu kurz gekommen die Diskussion in den Mitgliedsländern – aber über den Rat bzw. deren „Präsidentin“ angesprochen.

Als fiktives Beispiel wählten die Jugendlichen ein Gesetz, das Social Media, Plattformen die sie abgewandelt „Flip Flop“ und „InstaFace“ nannten, bis zum Alter von 16 Jahren verbietet. Sie alle sind Lehrlinge in (halb-)öffentlichen Betriebe – beispielsweise Arbeiterkammer, ÖGB… – und besuchen die erste Hälfte ihrer dreijährigen Ausbildung zwei Tage pro Woche die Berufsschule, danach nur mehr einen Tag.

Szenenfoto aus
Duo „Vorhang“ – und Moderation

Recherche –> Improvisation –> Szenen

Eingehend befassten sie sich mit den komplizierten Abläufen, improvisierten dazu Szenen aus denen dann – eben mit Profi-Begleitung – nachvollziehbares Schauspiel wurde. Auch wenn sie – mit Ausnahme der angesprochenen Tochter-Mutter-Szene eher die der rigiden Erwachsenen-Positionen einnahmen und das szenische Spiel insgesamt eine Pro-Verbots-Schlagseite aufwies. Ein häufiges Phänomen: Wer über einer gewissen Altersgrenze ist, findet nicht selten die jeweils Jüngeren seien noch nicht reif genug. Was ein und dieselben Menschen wahrscheinlich zwei, drei Jahre früher ganz anders gesehen hätten 😉

Auch wenn es sich um die Entstehung eines EU-Gesetzes handelt, wäre die stolze Aussage der „Rats-Präsidentin“, dass Europa die älteste Zivilisation der Menschheit sei, wohl in der Recherche hinterfragenswert gewesen – mit dem Ergebnis, dass sie’s eben nicht ist.

kijuku_heinz

INFOS: WAS? WER? WANN? WO?

Jedermann und Jedefrau – Das Spiel von der Entstehung eines EU-Gesetzes

Theaterjahresprojekt 25/26 – Kooperation von Theater Drachengasse und der 1F der Berufsschule für Verwaltungsberufe / Bürokauffrau bzw. -mann

Künstlerische Leitung: Sandra Schüddekopf
Schüler:innen (alphabetisch – nach Nachnamen – sortiert): Denise Baumann, Sema Cesur, Andjela Demić, (Nazia Fazel, Isabella Gabriel – die beiden konnten kurzfristig nicht spielen), Maksim Mladenović, Musrat Mohammed, Tesnim Nasr, Mohammad Y. Safi, Orlando Szvitlák, Julia M. Wenzli
Licht-/Tongestaltung/Projektionen: Michi Pink
Projektorganisation: Kathrin Kukelka-Lebisch
Pädagogin: Corina Gmeiner Bed
drachengasse –> Jedermann und Jedefrau…

instagram –> Berufsschule Embelgasse